Klappentext des Romans:

 

 

 

Als der bekannte Kunstsammler Emile Lacroix in seinem Pariser Appartement brutal ermordet wird, erahnt noch niemand der in den Fall verwickelten Personen, auf welch mysteriöses Geheimnis sie bald stoßen würden. Das bei dem Verbrechen gestohlene alte Buch eines Mönchs aus dem 12. Jahrhundert lässt auf einen verborgenen Schatz unter der Ruine eines mittelalterlichen Klosters in der französischen Auvergne schließen – ein Fund, der von beträchtlichem Interesse für die gesamte Menschheit sein könnte. Getrieben von ihrer Neugier machen sich die Journalisten Blanche Ronet und Thierry Lafitte sowie die Forscher Anatol Bouquet, Arthur Demonget und dessen Tochter Sophie auf, dem Mysterium auf die Spur zu kommen, ehe die Mörder Lacroix’ ihnen zuvorkommen können. Eine spannende Jagd auf die Schätze der Vergangenheit beginnt ...

 

  

 

 

                                                                                                                                                                                               

 

 

 

ISBN 13: 9783850223799

 ISBN 10: 3850223795

  

 

      

       

       

 

 

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Die Quelle der Weisheit

 

Archäologischer Thriller

 

           

Dieser Roman ist eine spannende Sequenz aus einem mittelalterlichen Klosterkrimi und einer neuzeitlichen Jagd nach dem größten Schatz der Menschheit. Er erzählt vom ewigen Kampf des Lichtes gegen den Schatten, von Loyalität und Freunschaft, von Mord und Verrat und von der Macht der Liebe, die in scheinbar ausweglosen Situationen stets das Gute im Menschen weckt und ihn am Ende gegen das Böse triumphieren lässt.

 

 

 

 

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Leseprobe:               

 

… Ohne von jemandem bemerkt zu werden, schlichen sie erneut am Gästehaus vorbei. Auch im Hospital war alles ruhig. Der Weg wurde schmäler. Nun ging es im Gänsemarsch weiter. Crispin lief an der Spitze und musste den Mönch auf seinen Schultern tragen. Vor die Mondscheibe war eine große Wolke gezogen. Es wurde stockdunkel und der Weg war kaum zu sehen. Die Fackeln, die Gallus und Adelmos bei sich trugen, konnten sie jetzt nicht benutzen. Man hätte sie sonst bemerken können. Vorsichtig setzten sie einen Fuß vor den anderen. Als sie das Wäldchen erreichten, hörten sie die Rufe eines Käuzchens. Crispin fing an zu schnaufen. Trotz der schlanken Gestalt des alten Mönches war er so ziemlich am Ende seiner Kräfte. „Kann nicht einer von euch den Kerl mal eine Weile tragen? Ich bin müde.“

„Ach ja?“, spöttelte Gallus. „Damit du dich dann leichter aus dem Staub machen kannst? Vergiss es. Du trägst den Alten weiter bis zur Bibliothek oder ich leg dich gleich hier um. Du kannst es dir aussuchen.“

„Schon gut“, antwortete er keuchend. „Ich trage ihn ja weiter.“

Ungebändigter Hass stieg erneut in ihm hoch. Egal was passiert, dachte er, das Schwein stirbt heute Nacht. In Gedanken noch voll mit der Umsetzung seines Racheplans beschäftigt, trat Crispin plötzlich auf einen am Boden liegenden, abgebrochenen Ast. Laut schallte ein Knacken durch das Gehölz. Der aufgescheuchte Kauz flog schreiend über ihre Köpfe. Gallus zuckte erschrocken zusammen, während sich Adelmos schnell bekreuzigte. Crispin musste, trotz der Last auf den Schultern, leise lachen und dachte; Die beiden sind wohl doch nicht die harten Kerle, die sie mir die ganze Zeit vorspielen wollen.

Sie machten eine kurze Rast und horchten in die Nacht hinein. Doch es war nichts zu hören. Keiner hatte sie bemerkt.

Gallus hatte sich wieder im Griff. Er sah Crispin warnend an. „Mach das noch einmal und ich…“, zischte er leise.

Er brauchte den Satz nicht zu beenden. Crispin hatte ihn auch so verstanden. Sie schlichen weiter und erreichten endlich das Ende des Wäldchens. Vor ihnen lag auf einem sanften Hügel der Friedhof des Klosters. Das schale Mondlicht hinter der Wolke und die flach am Boden dahinziehenden Nebelschwaden zeichneten von ihm ein gespenstiges Bild. Die Gräber lagen sehr eng nebeneinander und viele Holzkreuze waren aufgrund ihres Alters schon verfallen. Schon seit einigen Jahrhunderten wurden hier die Mönche des Klosters zur ewigen Ruhe gebettet. Plötzlich bemerkten sie auf einem Grabhügel, nur wenige Meter vor ihnen entfernt, ein glühendes Augenpaar. Gallus blieb unschlüssig stehen. Crispin lief ein kalter Schauer über den Rücken – er spürte, wie sich seine Nackenhaare sträubten. Adelmos zeigte diesmal Geistesgegenwart. Er ging in die Hocke und hob einen Stein auf. Mit einem gezielten Wurf schleuderte er ihn in die Richtung der geisterhaften Erscheinung. Er musste gut getroffen haben, denn ein alter Kater sprang mit einem empörten Fauchen auf und rannte quer über die Gräber in das Wäldchen. Das Tier war wohl hier auf dem Hügel auf Mäusejagd gewesen.

Ihre Gemüter hatten sich von dem Schreck noch nicht wieder beruhigt und so waren sie froh, den Friedhof endlich hinter sich lassen zu können.

Sie schritten nun nach rechts auf den Weg, der zum Skriptorium führte. Als sie das Gebäude nach wenigen Minuten erreicht hatten, legte Crispin den Mönch auf den Stufen der Treppe ab und ließ sich kraftlos neben ihn fallen.

Dann atmete er erst einmal tief durch. Der nächtliche Streifzug war an keinem von ihnen spurlos vorbeigegangen. Menschliche Urängste waren auf ihrem Weg stetige Begleiter gewesen. Einige Zeit verharrten sie noch schweigend auf der Treppe, bis sich ihre überreizten Sinne wieder beruhigt hatten.

Die Wolke, die den Mond verdeckt hatte, war endlich weitergezogen und hatte sein Licht wieder vollends freigegeben. Friedlich erhellte er die ruhige Nacht – nur das Rascheln des Herbstlaubes im Wind unterbrach die Stille.

Gallus nahm den Schlüssel und schob ihn ins Schloss der Eingangstür. Es ließ sich leicht öffnen. Crispin stand von den Stufen der Treppe auf und zog den ohnmächtigen Körper des alten Mönches an den Schultern ins Innere des Skriptoriums, während Gallus leise mit Adelmos flüsterte. „Geh zum Eingangstor des Klosters und lass niemanden hinaus. Sollten wir bei unserem Vorhaben doch noch von jemandem bemerkt werden, darf von der dieser Geschichte nichts nach außen dringen und keine Spur zu Marquard von Fourant führen. Du musst den Augenzeugen töten. Er darf das Kloster nicht lebend verlassen. Wenn wir diese Sache zu einem glücklichen Ende bringen, haben wir für den Rest unseres Lebens ausgesorgt. Das hat uns der Domherr versprochen.“

„Verlass dich auf mich, Gallus“, versprach ihm sein Kumpan entschlossen. „Ich halte die Augen offen. Niemand kommt lebend an mir vorbei. Sollte es auch der Teufel sein.“

Crispin wurde schlagartig klar, dass sein Tod eine schon längst beschlossene Sache war. Fourant konnte gar nicht anders handeln, wenn er sichergehen wollte, von Mitwissern im Nachhinein nicht denunziert werden zu können. Nach diesen Überlegungen kam man aber unweigerlich zu dem Schluss, dass auch die beiden Spitzbuben sehr gefährlich lebten. Sie waren sich dessen überhaupt nicht bewusst, dass Fourant auch sie beseitigen lassen würde, wenn er erst einmal das Geheimnis in seinen Händen hielt.

Adelmos entfernte sich leise und ging in Richtung des Eingangstores. Die Umrisse seiner Gestalt verschmolzen im Mondlicht allmählich mit der Dunkelheit. Gallus betrat als letzter das Skriptorium, schloss die Tür hinter sich und entfachte die Fackel. Er blickte Crispin finster an. „Trag den alten Mann in die Bibliothek. Ich folge dir.“

Dort angekommen, legte Crispin den Körper des immer noch ohnmächtigen Mönches auf den Lesetisch ab, während Gallus die bronzenen Leuchter entzündete, die zu beiden Seiten der Tischplatte standen. Ihnen bot sich ein eigenartiges Bild: Links und Rechts an den Tischkanten flackerten die Kerzenlichter, mit dem leblosen Körper des Mönchs in ihrer Mitte. Es sah aus wie ein heidnisches Ritual, bei dem ein Mensch geopfert werden sollte. Crispin konnte sich der komischen Situation nicht entziehen und lachte leise. Gallus löschte seine Fackel in einem auf dem Boden stehenden Wasserkrug. Zischend erlosch die Flamme. Dann nahm er das Gefäß in die Hand und goss den Inhalt dem Mönch mitten ins Gesicht. Als der alte Mann sich immer noch nicht rührte, schlug er ihn mit der Hand auf seine Wangen. Die Ohrfeigen taten ihre Wirkung. Valerius kam langsam wieder zu Bewusstsein. Ihm stand der Schreck ins Gesicht geschrieben und kurz darauf wurde ihm klar, wo er sich befand.

„Großer Gott! Was soll das?“, rief er ängstlich.

„Hör mir jetzt genau zu was ich dir sage, Schreiberling“, Gallus zog das Gesicht des alten Mannes an seiner Mönchskutte zu sich heran und blickte ihm drohend in die angsterfüllten Augen. „Tu was ich dir sage und dein Leben wird vielleicht verschont.“

Dann ließ er die Kutte des Mönchs wieder los. Valerius fiel zurück auf den Tisch. Verwirrt blickte er um sich und nahm im Hintergrund Crispin wahr.

„Dich kenne ich doch. Bist du nicht der Händler aus Tours? Du nächtigst doch gelegentlich bei uns im Kloster.“

Jetzt musste Gallus lachen. „Er ist so wenig ein Händler aus Tours wie ich der Bischof aus Clermont“, sagte er spöttisch. „Hör mir genau zu, alter Mann. Ich will etwas von dir, ein bronzenes Kästchen. In ihm befindet sich eine Textrolle mit geheimnisvollen Schriftzeichen. Ein Mönch brachte es gestern aus Clermont mit in euer Kloster. Ich bin mir sicher, dass du weist, um was es sich handelt und wo es zu finden ist. Dein Blick verrät mir, dass du begriffen hast, was ich meine. Rede Mönchlein.“

Valerius machte ein erstauntes Gesicht und schaute Gallus mit offenem Mund an. Woher wusste dieser brutale Kerl von der Existenz der Textrolle? Nur der ehrwürdige Vater und Philippus wussten darüber Bescheid. Der Abt war ein verschwiegener Mensch. Hatte Philippus vielleicht den Mund nicht gehalten? Die ganze Sache war ihm völlig unklar. „Was wollt ihr mit dem Schriftstück, mein Herr? Es wird Euch nichts nützen. Ihr werdet es nicht verstehen.“

„Rede keinen Unsinn, alter Mann“, antwortete Gallus ärgerlich. „Her damit, aber schnell.“

Die drohende Gebärde des Verbrechers ließ keinen Widerspruch zu. Valerius rutschte vom Tisch herunter und lief ins angrenzende Armarium. Nach einer Minute kam er zurück und stellt den begehrten Gegenstand auf den Tisch.

„Gott wird euch für diese ruchlose Tat strafen“, sagte er mit weinerlicher Stimme, doch keiner der beiden Verbrecher beachtete sein Gezeter.

Neugierig hob Gallus mit beiden Händen den Deckel der Schatulle nach oben. Auf seinem Gesicht zeichnete sich unbändige Gier ab. Für einen Moment vergaß er alles um sich herum. Das ist meine Chance, dachte Crispin und trat hinter seinen Rücken. Blitzschnell zog der Dieb sein verborgenes Messer unter dem Wams hervor und rammte es Gallus mit aller Wucht in die rechte Niere. Der Stich nahm dem Opfer die Luft. Kein Schrei verließ seine Kehle. Der Leib des Sterbenden war unter den Schmerzen wie paralysiert. Als der Mörder sein Messer aus dem verkrampften Körper zog, fiel dieser wie ein leerer Sack zu Boden und bewegte sich nicht mehr.

Crispin durchlief ein Schauer der Genugtuung. Er trat den Toten mit seinen Füßen und rief mit Befriedigung: „Jetzt hast du endlich bekommen, was du verdient hast, du elender Mistkerl.“

„Was hast du getan?“, rief Valerius entsetzt. „Du hast ihn ermordet. Deine Seele ist verloren.“

Der Wahnsinn zeigte sich jetzt in Crispins Gesicht. Er packte Valerius an der Kutte und dachte: Auch den Mönch muss ich töten. Er hat zu viel gesehen und könnte mich verraten.

„Nein. Nicht. Oh Gott, hilf mir doch“, bettelte Valerius und legte instinktiv schützend seine Arme vor die Brust. Doch der Mörder zeigte kein Mitleid und stach zu. Der Mönch stöhnte auf und fiel sofort zu Boden. Totenstille herrschte im Raum.

Crispin säuberte sein Messer an der Kutte des Mönchs und ließ es wieder unter seinem Wams verschwinden. Dann nahm er die Schatulle unter den Arm und schaute sich noch einmal in der Bibliothek um. Doch er konnte keine verräterischen Spuren feststellen, die sein abscheuliches Tun verraten würden. Höchst zufrieden mit sich selbst flüsterte er leise: „Alles ist getan. Nichts weist auf meine Person hin. Jetzt muss ich im Schutz der Dunkelheit nur noch sicher bis zur Krypta der Klosterkirche gelangen. Dann bin ich frei. Adelmos kann sich auf seinem Posten am Tor die Beine in den Bauch stehen. Ich werde das Kloster auf einem ganz anderen Weg verlassen.“ …

 

 

 

 

 

 

Die Quelle der Weisheit